Von Vaasa aus fahre ich dann nach Rauma weiter, einer Stadt, die zum Weltkulturerbe ernannt wurde. Kaum bin ich am Abend angekommen, da verfärbt sich der Himmel schwarz und es gießt in Strömen. Trotzdem beschließe ich, einen ersten Rundgang zur Orientierung durch die Stadt zu machen. Heute bin ich verwegen und gönne mir einen Wein in der Bar. Mit zehn Euro fünfzig bin ich dabei und bekomme dafür ein null zweier Glas eines mäßigen Chardonnay. Ich versuche es gar nicht erst ein Gespräch zu beginnen, sondern marschiere brav zurück zu meinem FidiBus, lese noch ein wenig und fühle mich wohl, während draußen ein kräftiges Gewitter tobt.
Die Sonne weckt mich am nächsten Morgen und ich beginne meinen Rundgang. Die Stadt ist tatsächlich etwas Besonderes. Die bunten Holzhäuser reihen sich links und rechts der teils engen Gassen und auf dem Marktplatz haben sich neben einigen wenigen Verkaufsständen die Infostände, die um die Wähler für die Europawahl buhlen. Am Stand der finnischen Grünen bietet man mir eine Bratwurst an, die ich gerne annehme, zumal ich noch nicht gefrühstückt hatte. So verdient das Café heute leider nur an einem Kaffee an mir.
In der Heilig-Kreuz-Kirche werde ich aufmerksam auf eine Ausstellung des finnischen Künstlers Jarmo Mäkilä, die gestern im Kunstmuseum eröffnet wurde.
Sie beeindruckte mich durch ihre einerseits sehr realistischen Bilder und Skulpturen, aber auch durch den Umgang mit Licht. Der Künstler verarbeitet in seinen Bildern und Objekten seine Kindheit auf eine beinahe mystische Weise, wobei mir auffällt, dass die Gesichter der dargestellten Personen stets sein eigenes Gesicht zeigen.
Bedauerlicherweise ergeht es der hübschen kleinen Altstadt aber wie so vielen anderen historischen Städten auch. Sie hat sich voll dem Tourismus verschrieben. Souvenirläden, unzählige Cafés und Boutiquen prägen das Bild der Stadt. Am Nachmittag drängen sich die Touristen durch die schmalen Gassen und ich bin froh, dass ich mich schon früh am Morgen auf den Weg machte, so fand ich die Stadt noch recht friedlich vor.
Meine Weiterfahrt verschiebe ich auf den nächsten Tag.